Berlin – Wladiwostok mit dem Fahrrad 2013

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Die Reise

Vom 16. April bis 26. Oktober 2013 habe ich meine 12500 km lange Fahrradreise von Berlin an den Stillen Ozean nach Wladiwostok unternommen. Ich habe das sturmerprobte tarnfarbene Tatonka Narvik 2 – Zelt und den Power-Benzinkocher mitgeführt, um besonders in den sibirischen Weiten gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein – beides habe ich nur jeweils einmal in Betrieb genommen; und das auch nur, um mein Gewissen zu beruhigen.

Das Bedürfnis, nach den Anstrengungen des Tages bequem und in Gesellschaft von Menschen unterzukommen sowie die immer wieder anzutreffende Gastfreundschaft der slawischen oder asiatischen Völker führten dazu, daß ich in Hotels oder bei Leuten übernachtet habe. Besonders im asiatischen Teil des Riesenreiches habe ich die sprichwörtliche Gutherzigkeit der Sibirier kennen- und schätzengelernt.Uraniavortrag

Die erfahrene Gastfreundschaft war aber auch notwendig als Pendant zu den Schwierig- und Unwägbarkeiten der Tour: die schlechten, teils unbefestigten Straßen, Autofahrer, die Fahrradfahrer auf Fernverkehrsstraßen nicht kennen und dadurch immer wieder gefährden (Signalkleidung war lebensnotwendig!), die unterversorgte Infrastruktur besonders in den hunderte Kilometer städtelosen Gebieten des Fernen Osten.

Von großer Bedeutung war es dabei, die Sprache der Einheimischen zu verstehen und sich mit ihnen austauschen zu können.

Mit 100 km täglicher Fahrleistung wäre ich bei Kurzaufenthalten an den geplanten „Nachrichtenübertragungsstationen“ hingekommen. Tatsächlich habe ich, besonders in der ersten Hälfte der Reise oft mehr als 150 km täglich bewältigt. Durch unvorhersehbare Vorkommnisse oder längere Stadtaufenthalte ist der gewonnene „Vorsprung“ aber wieder geschmolzen, sodaß ich zum Schluß „nur planmäßig“, kurz vor Wintereinbruch, am Zielort eintraf.

Alle 500 - 1 000 km, also 10 – 14 Tage habe ich von meist vorher avisierten „Stationen“ aus die wichtigsten Informationen in Wort und Bild übertragen oder ins Netz gestellt. Das sorgte für Abwechslung und stellte gleichzeitig eine Art Zäsur dar, da ich während der Stadtaufenthalte andere Schwerpunkte setzte.

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Die Route:

In Deutschland: Berlin > Frankfurt >

In Polen: Posnan (273km) >Kalisz > Piotrkow Tribunalski > Radom (640) > Lublin > Chelm (825)

In der Ukraine: Kovel (964) > Korosten > Kiew (1405)> Chernihiv (1549)

In Rußland: Briansk (1905) > Moskau (2293) > Wladimir (2478) > Dzershinsk (2695) > Kasan (3111) > Naberezhnyye Chelmy (3349) > Ufa (3646) > Cheljabinsk (4060) > Kurgan (4335) > Petropawlowsk (4773) > Omsk (5061) > Novosibirsk (5766) > Krasnojarsk (6574) > Kansk (6799) > Tulun (7236) > Irkutsk (7642) > Ulan Ude (8092) > Chita (8663) > Belogorsk (10051) > Chabarowsk (10710) > Wladiwostok (11462)

Die 1 000 km mehr ergaben sich durch unvorhergesehene Umwege oder Zwischenfälle.

Die Route über Bjelorußland, die den Weg um 500 km verkürzt hätte, habe ich wegen der strengen Aufenthaltsbestimmungen dort nicht genommen, wollte aber trotz des Umwegs das Herz Rußlands, Moskau, schlagen hören und nutzte das Transitvisum auf halber Strecke durch Kasachstan, um 6 Monate im Stück durch Rußland reisen zu können.

Den Rückweg bestritt ich mit der Transsibirischen Eisenbahn in 10 Tagen. ;

Zur Ausrüstung:

Russland 2013 - Das Fahrrad Das Fahrrad, ein T 100 der Berliner Fahrradmanufaktur in der Grundausstattung, habe ich für weniger als 1000 Euro (mit Ersatzteilen) aufbauen lassen. Stahlrahmen für bessere Schweißbarkeit, Hohlkammerfelgen, besonders dicke (unplattbare) Bereifung, Exzenter-Tretlager mit nur einem stabilen Kranz (hinten 9), Drahtbowdenzüge, Laufraddynamo statt in der Nabe – Robustheit und Reparierbarkeit waren die obersten Prinzipien bei der Ausstattung des Rades.

Natürlich stabile achsgelagerte Gepäckhalter vorn und hinten, dazu der Gepäckträger hinten, der Zelt, Schlafsack und Isomatte aufnehmen soll; alles in allem 30 – 35 kg + meine 85 (vor der Tour). – Nach der Tour kann ich sagen, daß das Hinterrad zu stark belastet war, 2mal mußte es zentriert werden und brach dem Rücktransport mit der Bahn völlig zusammen.

Die Bereifung hat durch starke Hitzeeinwirkung mehrfach Schläuche durchscheuert, das Dynamosystem ist beizeiten ausgefallen. Ich habe mehrere Fahrradständer verbraucht, was aber tw. auf Abstellfehler zurückzuführen ist. Erstaunlich ist, daß das Klick-Befestigungssystem für die vorderen Gepäcktaschen nicht für russische Straßenverhältnisse geeignet ist.Die Taschen springen durch Unebenheiten permanent heraus.

Der konvexe Spiegel hat nicht viel genützt, da sich Autos in ihm zu schnell nähern.Das Rad

Der gute Kocher mit einem rußlandkompatiblen Anschlußsystem für die Kartuschen war nicht notwendig, da am Wegesrand Speiselokalitäten in der Regel anzutreffen sind.

Meine Digitalkamera mit Videofunktion hat durchgehalten, sodaß ich die 2. Kamera kaum benutzt habe. Die Ablagerung der Foto/Videodokumente auf einer „Cloud“ hat mich ruhiger fahren lassen, hat aber letztlich viel Zeit und Nerven gekostet, mich oft aufgehalten. Regen- und windsichere Kleidung kamen erst zum Schluß zum Einsatz – bei einem Taifun an der chinesischen Grenze haben sie aber versagt.

Ohne die Signalkleidung wäre ich aufgeschmissen gewesen.

Ich verbrauchte etwa 25 Euro täglich für Lebensmittel und/oder Übernachtung, lag damit also etwas über dem Soll.

Auf einige Medikamente, Insektenschutz und eine gute Sonnencreme sollte man nicht verzichten. Der Gesundheitscheck, insbesondere der Zähne, sollte noch in Deutschland erfolgen, da man in Russland nicht überall damit rechnen kann, die materielle Basis für eine einwandfreie Behandlung anzutreffen.